Der Freitag war endlich ein durch und durch sonniger Tag. Und der Tag, an dem wir uns einen Wecker stellen mussten, weil Punkt 10 Uhr der Vorverkauf für die Depeche Mode Hallentour begann, wir waren mehr oder minder erfolgreich, nicht unbedingt die besten Plätze, aber wir haben überhaupt noch Karten bekommen.
Nach einem ausgiebeigen Frühstück (irgendwas mit Kartoffeln, Donnerstagabend gönnten wir uns einen 5-Kilo-Sack Kartoffeln für über 13 €, also gibt es jetzt zu jeder Mahlzeit Kartoffeln bis zum Flug nach Bergen) ging es bei strahlendem Sonnenschein und pfeifendem nordischen Wind zunächst Richtung Stadtmitte und dann zum Tromsø Museum im Süden. Das war ein netter Spaziergang in der Sonne. Zunächst besuchten wir die Sami-Erdhütte Goahti. Dort empfing uns eine Studentin, die aus einer Sami-Siedlung stammt und selbst Sami ist. Bei Kaffee am Feuer in der kuscheligen Hütte beantwortete sie unsere neugieren Fragen und wir tauschten uns ein bisschen aus. Es war unaufgeregt und super interessant. Sie erzählte uns davon, wie die Sami aus ihren Behausungen in "richtige" Häuser umziehen mussten, wie früher in den traditionellen Hütten gelebt wurde und worauf man achten musste, warum die Sami-Kinder anders aufwachsen als die "norwegischen" Kinder. Am liebsten wäre ich noch länger da geblieben, aber auch das Museum an sich hatte nur noch etwa eine Stunde offen und auch dort gab es einiges zu entdecken.
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| Das Hinweisschild zur Hütte |
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| Die Behausung von der Seite (links, hinter dem Stuhl ist der Eingang) |
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| Gemütliches Feuer in der Mitte und ein Kaffeekessel für gemütliche Gespräche |
Im Museum selbst erwarteten uns eine Ausstellung zur Tierwelt und Umwelt Nordnorwegens, eine interessante Fotoausstellung mit Fotografien von Sami aus den 40er Jahren, eine Kirchenausstellung und am spannendsten war die "Becoming a nation"-Ausstellung zur Geschichte der Sami und dem Wiedererwachen ihres Bewusstseins. Sehr spannende Geschichte des Nomadenvolkes ohne Landesgrenzen, aber mit kulturellen und sprachlichen gemeinsamen Wurzeln. Das "Land" der Sami, welches keine offiziellen Grenzen hat, nennt sich Sapmi. Es ist auf jeden Fall lohnenswert, die Geschichte ist sehr interessant. Eintritt: 30 NOK für Studenten, 60 NOK für Erwachsene. Es gibt auch ein Kombiticket mit dem Polarmuseum. Dieses hatten wir uns jedoch diesmal nur von außen "angeguckt", vor dem Gebäude gab es eine kleine Fotoausstellung mit Infotexten, die einem einen kleinen Einblick in die Zeit gaben, als die Stadt der Startpunkt für Polarepeditionen wurde.


Und anschließend ging es zum wunderschönen Telegrafbukta-Strand. Ich muss sagen, das ist auch bisher mein Lieblingsspot in der Stadt. Sooo schön da! Wir aßen Mittag, hörten Musik und genossen die Sonne, während der Wind einen ordentlich durchpustete und bewunderten die norwegischen Kinder in teilweise sehr knapper Sommerkleidung, was uns bei den Temperaturen etwas wenig erschien, aber wenn man in diesem Klima aufwächst ist das sicher auch anders. Und nun lasse ich die Bilder sprechen:
Auf dem Heimweg landeten wir noch in dem Gamer-Burgerladen nahe der Brücke, die uns zurück Richtung der Ishavskathedrale führt, namens Burgr. Meine kleine, noch gar nicht so neue Tradition besagt, dass ich, wenn ich im Ausland eine Fritz Kola finde, diese auch trinke :D Und in diesem Laden hat es auch noch ziemlich viel Spaß gemacht und so trank ich meine nördlichste Fritz Kola bisher :)
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| Es gibt nur eine wahre Kola ;-) |
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| Super Mario und daaa steht es: Fritz Kola, läppische 48 NOK :D |
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| Mortal Kombat... ich werd verrückt! |
Und da gestern endlich die Sonne auch tatsächlich die ganze Zeit schien, erleuchtete die Mitternachtssonne den Berg, auf den wir dann am darauffolgenden Tag wanderten, in einem schönen orangerot.
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| Mitternachtssonne 00:08 |
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