Konsum, Minimalismus und das Geld

Da ich kürzlich gekündigt habe, habe ich mich auch nochmal konkret rangesetzt meine Finanzen zu prüfen und alles, was mir im Moment nicht notwendig erscheint, rauszustreichen. Nach und nach kamen weitere Ideen dazu und meine seit einigen Monaten existierenden Excel-Tabellenergänzt wurden ergänzt und erweitert. Dabei ist der Minimalismus zum Glück schon länger mein Begleiter, nichtsdestotrotz verrät ein Blick in die Ausgabezeilen, dass das Geld nach wie vor in einigen Bereichen durch die Finger rinnt.

Seit ca. drei Jahren miste ich kontinuierlich aus und habe sehr viele Dinge verschenkt, einiges verkauft oder eben weggeschmissen. Viele Dinge sind gerade in den letzten Wochen zum Tauschtisch in Eimsbüttel (nahe Lutterothstraße) gewandert. Dieser überdachte Stand ist ein Segen: ich habe schon selbst 1-2 tolle Bücher dort gefunden und eine kleine schöne Schale. Aber ich habe auch vieles hingebracht, was für mich den Vorteil hat, dass ich nicht auf Abholer warten und viele Nachrichten hin und her schreiben muss. Der Umschlag ist teilweise echt erstaunlich dort. Aber es ist stets ordentlich und aufgeräumt. Das freut mich sehr und ich hoffe, dass der tolle Tauschtisch noch sehr lange Bestand haben wird.

Seit letzter Woche habe ich einen Essensverteiler für mich (wieder-)entdeckt. Vor einigen Monaten war ich schon mal dort, aber Dank Vollzeitstelle und kälteren Temperaturen hat es mich eine Weile nicht mehr hin verschlagen. Ein Supermarkt sortiert jeden Abend Ware mit nahendem MHD aus und diese werden unmittelbar einige Meter weiter von Freiwilligen sortiert und an alle, die vorbeikommen verteilt. Dabei sind es meist einwandfreie Lebensmittel, die sowieso gerade erst in den Supermarktregalen lagen. Da der "Transport" gerade mal 100 Meter beträgt, werden die Lebensmittel auch nicht in Mitleidenschaft gezogen. Es sind tolle Sachen, meist vor allem Backwaren und Gemüse, aber auch Milchwaren, Fleisch und auch das ein oder andere vegetarische und vegane Fertigprodukt findet gelegentlich seinen Weg in die Kisten. Das besonders Schöne daran: hierher kommen alle: Rentner und Studenten, aber auch Berufstätige und generell Menschen aller Nationalitäten und sozialen Schichten. Egal ob aus Bedürftigkeit oder idealistischen Gründen, hier wird keiner nach einem Bedürftigkeitsnachweis gefragt und niemand muss erklären, warum er hierher kommt.

Neben dem Verhindern dessen, dass einwandfreie Lebensmittel weggeschmissen werden, hat das Ganze natürlich auch zur Folge, dass man viel weniger Geld für Essen ausgibt und beim Kochen gleichzeitig kreativer wird. Dabei freue ich mich umso mehr über bestimmte Lebensmittel, die eben "besonders" sind und nicht täglich in den Kisten landen (tatsächlich habe ich mich gestern wahnsinnig über Kartoffeln gefreut... und letztens über eine Packung Mehl).

Nun habe ich mir vorgenommen meine Konsumverhalten noch weiter kritisch zu durchleuchten. Nächste Woche will ich zum Umsonstmarkt nahe Holstenstraße und generell will ich schauen, wie wenig Geld ich in Kombination mit der Essensverteilung ausgeben kann. Dabei geht es mir nicht darum, Lebensmittel ausschließlich zu Dumping-Preisen zu kaufen. In der jetzigen Situation freue ich mich über die "Schnäppchen", lasse aber nach wie vor auch den Bioladen nicht links liegen. Generell bin ich ein großer Fan von Bioläden und finde diese sehr unterstützenswert. Denke aber auch, dass man sich bio, preiwert und nachhaltig ernähren kann, vorausgesetzt man ernährt sich möglichst natürlich und stellt möglichst viel selbst her.

Neben der geänderten Essensplanung miste ich auch weiterhin aus und sammle in einer Ecke schon mal Dinge für den nächsten Flohmarkt (voraussichtlich Ende Juni/Anfang Juli). Morgen hole ich ein paar schöne Dinge bei einer Freundin ab, die sie aussortiert hat, einiges für mich persönlich (u. a. eine tolle "Uhr-Tasche" und eine Halscorsage im Tausch gegen 2 Flaschen Mate) und einiges mit ihrem Wissen für den nächsten Flohmarkt. So habe ich wieder neue Sachen für das kommende WGT (keine zwei Wochen mehr) und gleichzeitig noch ein bisschen was für den nächsten Stand.

In meinem Kopf passiert gerade viel und das scheint eine Phase des kritischen/teilweisen Konsumverzichts nach sich zu ziehen. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.
Auf jeden Fall bin ich gerade sehr selig damit, nicht wahnsinnig viel Geld zu haben und eben auch nicht zu konsumieren. Es lässt mich ruhiger werden und viel bewusster in meinem Alltag sein.

Ganz liebe Grüße
Nastasja

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